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Ausbildung zur Fachkraft für Hunderziehung und - ausbildung
(Inklusive der Grundlagen der Ausbildung zum Kynotherapeuten/zur Kynotherapeutin)
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Einleitung
Hundeerziehung und "Tierpsychologie" stehen momentan hoch im Kurs. Um in diesem Berufsfeld, für das es bisher noch keinen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf gibt, jedoch langfristig erfolgreich arbeiten zu können, sind neben einer durch nichts zu erschütternden Begeisterung für Hund und Mensch auch fundierte theoretische und praktische Kenntnisse in den Bereichen Kynologie, Pädagogik, Psychologie, Biologie, usw. erforderlich.
Da entsprechende Aus- und Weiterbildungsangebote fehlten, ist Mitte der 90er Jahre die Idee entstanden, ein umfassendes Bildungsangebot zu konzipieren. Zusammen mit Biologen, Erziehungswissenschaftlern und in der Erwachsenenbildung tätigen Personen wurde von AMAROK ein Lehrplan aufgestellt, der ca. 600 Unterrichtstunden (Zeitstunden) umfasst. 1998 begann sodann das erste Ausbildungssymposium, das sich über rund 2 Jahre erstreckte. Zwischenzeitlich wurde die Idee von Anderen aufgegriffen und ähnliche, jedoch nicht gleiche Angebote sind bundesweit zu finden. Seit 2005 kooperiert AMAROK nicht nur im Aus- und Weiterbildungsbereich mit TeamPassion, so dass insbesondere der Sport- und Ausbildungsbereich noch besser thematisiert und personalisiert ist.
AMAROK & TeamPassion orientieren sich bei den in der Hundeerziehung und -therapie anzuwendenden Lehrmethoden an den innerartlichen Sozialisationsmethoden von Hunden und Wölfen, ohne jedoch Canidenverhalten kopieren zu wollen. Beim Umgang mit dem Hundebesitzer steht die Individualität jedes Einzelnen und die Identifikation und nicht Zweckkonformismus im Vordergrund. Insbesondere im Bereich der Therapie werden bei AMAROK & TeamPassion tiefenpsychologische Aspekte berücksichtigt. Wichtig ist uns ein konfliktarmes und effektives Lernen, eine individuell ausgerichtete und tiergerechte Grenzsetzung und die Wahrung der Würde von Hund und Mensch.
Der Bedarf an fachkundiger Hilfe bei der Erziehung des Hundes und der Behebung von Verhaltensauffälligkeiten ist stetig steigend. Zum einen sind immer mehr Hunde-besitzer/innen darum bemüht, Fehler in der Hundeerziehung zu vermeiden, zum anderen wird der öffentliche Druck hinsichtlich der Nichtgefährdung durch Hunde immer größer. Außerdem nehmen die Verhaltensstörungen aufgrund falscher Beziehungsqualität und -quantität zwischen Mensch und Hund nach unseren Erfahrungen -ständig zu.
Gefordert wird von den Hundebesitzern/innen eine individuelle und professionelle Beratung und Betreuung gegen angemessene Bezahlung. Die Einbindung in Vereinsstrukturen und längerfristige Bindungen werden immer stärker abgelehnt. Tierärzte/innen sind aufgrund anderer Studienschwerpunkte oft nicht in der Lage, die geforderte Beratung und Betreuung zu erbringen bzw. müssen, wenn die erforderliche zusätzliche Qualifikation vorliegt, um kostendeckend praktizieren zu können, Honorare verlangen, die einem Großteil der Hundebesitzer/innen zu hoch sind. Um den Hund in angemessener Zeit und mit Erfolg zu erziehen, werden, so die Erfahrungen bei AMAROK & TeamPassion, die von vielen Fachkollegen/innen bestätigt worden sind, gerne 500,00 Euro und mehr investiert (Bücher, Kurse, Hundeartikel usw.). Bei Verhaltensauffälligkeiten, ist - je nach Leidensdruck - teilweise eine noch größere Bereitschaft zu finanziellem Einsatz auszumachen.
Da ein großer Bedarf an Hilfestellung besteht, wenden sich ratsuchende Hundebesitzern/innen sehr häufig an vielleicht zwar wohlmeinende, jedoch oft nicht kompetente Hundeerziehern/innen und selbsternannte Hundepsychologen/innen. Oft wird dann Hilfe versprochen, die dann jedoch nicht selten, nach scheinbaren Erfolgen, die Problematik noch verschlimmert. Auch werden zwischenzeitlich eine Vielzahl von esoterischen Therapiemethoden angeboten, die aus einer gewissen Gläubigkeit der Klienten/innen Kapital schlagen. Diesem, aufgrund der finanziellen Attraktivität immer stärker ausufernden Geschäftsgebaren muss, und darüber sind sich die Fachkreise einig, Einhalt geboten werden.
Hinzu kommt, dass das Wissen um den Hund, sein Verhalten und Therapiemöglichkeiten in den letzten Jahren glücklicherweise größer geworden ist. Dies bedeutet jedoch auch das Erfordernis der permanenten Weiterbildung. Oft sind kynologisch Interessierte und sicherlich auch Versierte, die um Rat angegangen werden, hinsichtlich der Problemlösung bei auffälligem Verhalten schlichtweg überfordert. Profunde Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten und Vernetzung der Kynologen/innen untereinander sind gefragt. Dringend erforderlich, und mit dieser Meinung steht AMAROK sicherlich nicht alleine da, ist eine anerkannte und entsprechend qualifizierte Ausbildung. Um dies politisch jedoch durchsetzen zu können, müssen beispielhafte Grundlagen geschaffen werden. Dies ist mit ein Grund für dieses Ausbildungsprogramm.
Aufgrund der Erfahrungen, die in und nach den letzten 4 Ausbildungsseminaren gemacht wurden, ist das Ausbildungskonzept hinsichtlich der Ausbildung zum Kynotherapeuten/zur Kynotherapeutin verändert worden. Hierdurch soll sicher-gestellt werden, dass, zum Schutz der Klienten/innen und ihrer Hunde aber auch der Therapeuten/innen selbst, eine den fachlichen und psychischen Anforderungen genügende professionelle Arbeit gewährleistet wird.
Zwar werden die Grundlagen für diesen Ausbildungsbereich vermittelt, jedoch erfolgt eine entsprechende Prüfung erst dann, wenn die Absolventen praktische Erfahrungen im Bereich der Hundeerziehung- und Ausbildung gesammelt und an zusätzlichen Seminaren und Workshops, in denen der humanpsychologische Aspekt besondere Berücksichtigung findet, mit Erfolg teilgenommen haben.
Ausbildungsziele:
- der Erwerb umfassender Kenntnisse in allen, die Haltung, Pflege, Erziehung,
Therapie usw. von Hunden betreffenden Bereichen (Theorie und Praxis),
- die Befähigung:
- zur professionellen Beratung und Betreuung bzgl. der Haltung, Pflege und Erziehung des Hundes,
- zur professionellen Beratung, Betreuung und Anleitung bei spezialisierter Ausbildung von - Hunden,
- zur Durchführung therapeutischer Maßnamen bei Verhaltensauffälligkeiten,
- zur Workshop- und Seminarleitung,
- zur Gruppenarbeit und Gruppenleitung
Zur Zielgruppe dieses Ausbildungsseminars gehören Personen, die sich bereits theoretisch und praktisch mit Hundeerziehung und/oder kynologischer Forschung und/oder Therapie von Verhaltensauffälligkeiten von Hunden beschäftigt haben und diese Tätigkeiten professionell oder zumindest semiprofessionell ausüben wollen. Neben der positiven Einstellung Hunden gegenüber ist ein besonders sozial motiviertes Engagement und die Bereitschaft, vorurteilsfrei mit Menschen und ihren Schwächen und Fehlern umzugehen, unabdingbar. Diejenigen, die sich therapeutisch betätigen wollen, müssen bereit sein, sich auch mit der eigenen Psyche auseinanderzusetzen und an eigenen Abwehrmechanismen zu arbeiten sowie Übertragung und Gegenübertragung zuzulassen.
Das Einhalten bestimmter ethischer Grundsätze, Mensch und Hund betreffend, wird bei Beginn der Ausbildung vertraglich eingefordert werden.
Wichtig ist für uns eine individuelle Betreuung und Förderung der Teilnehmer/innen, was mit ein Grund dafür ist, dass die Teilnehmerzahl stark eingeschränkt ist. Unser Anspruch besteht darin, dass jede/r, der das Seminar beginnt es auch erfolgreich beendet.
Ausbildungsvoraussetzungen:
- Persönliche Eignung , ggf. Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses bzw. Abgabe einer Erklärung hinsichtlich dem Vorliegen von strafrechtlichen Ermittlungsverfahren bzw. ordnungsrechtlichen Verfahren im Rahmen des Tierschutzgesetzes;
- Verpflichtung zur Einhaltung bestimmter ethischer Grundsätze (z.B. keine beim Hund Angst oder Schmerz erzeugende Maßnahmen oder Hilfsmittel einzusetzen, keine Ausbildung durchzuführen, die für Menschen oder Tiere potentiell Gefahr bedeuten können, bei der psychischen Beeinflussung bzw. der persönlichen Befragung und Beratung von Menschen Grenzen einzuhalten und die Abgrenzung zu human- und veterinärmedizinischen und psychotherapeutisch ausgerichteten Heilberufen zu wahren (Ausnahme: Befähigung zur Ausübung solch einer Tätigkeit)
- Befähigung zum Hochschulstudium oder gleichwertige schulische Bildung (Ausnahmen im Einzelfall möglich)
Bei der Auswahl der Bewerber/innen , die in einem persönlichen Gespräch erfolgt, werden insbesondere folgende Prüfkriterien angelegt:
- Physische Konstitution (Gesundheit) und psychische Stabilität
- Fähigkeit, sich in eine Gruppe zu integrieren
- Teamfähigkeit
- Soziale und emotionale Kompetenz
Ausbildungsinhalte:
- Phylogenese und Domestikation des Hundes;
- „Rasse"kunde und „ Rasse"spezifika
- Grundzüge der Genetik
- Grundzüge der Anatomie des Hundes
- Erste Hilfe und Krankheitslehre
- Psychosomatische Erkrankungen
- Ontogenese einschließlich Verhaltensontogenese
- Stellenwert der frühen Entwicklung und Konsequenzen früher Lernerfahrungen
- Entwicklung von Beziehung und Bindung sowie Qualität der Interaktionen
- Folgen fehlerhafter Aufzuchtbedingungen und Resozialisierungsmöglichkeiten
- Wahrnehmung (Sehen, Riechen, Hören, Fühlen)
- Emotionen und Motivation
- Verhalten als Umweltanpassung
- Konfliktverhalten
- Frustration und Stress
- Hormone und Neurotransmitter
- Soziale Kommunikation (optische, akustische, taktile und olfaktorische Kommunikation)
- Angst und Aggression
- Mobbing
- Kommunikation zwischen Hund und Mensch
- Lernmechanismen
- Lernmethoden (u.a. Motivation und Spiel in der Ausbildung, Erziehung und Therapie, Möglichkeiten und Grenzen motivationaler und spielerischer Methoden. Gefahren der Übermotivation. Kritisches Hinterfragen, ob Autorität in der Mensch-Hund-Beziehung notwendig ist. Art- und tierschutzgerechte Vermittlung von Autorität, Erlernen von Frustrationstoleranz, Möglichkeiten und Grenzen der therapeutische Nutzung von Spiel und Motivation
- Spezialausbildungen (u.a. Grundlagen: Hunde und ihre praktischen Einsatzmöglichkeiten: z.B. Ausbildung von Diensthunden, insbesondere artge-rechte Ausbildung zum Suchhund (Vermissten-, Trümmer-, Lawinensuchhund)
- Hund und Sport: Vorstellen der unpopulären Sportart „Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde“ (früher : Schutzhundeausbildung) insbesondere Schutzdienst-ausbildung - Risiko für die Allgemeinheit?, Fährtenarbeit, sportliche Unterordnung, neuere Sportarten insbesondere unter dem Blickwinkel der psychischen und physischen Aus- und Belastung des Hundes bzw. für den Hund
- Bewertung von Hilfsmitteln (Disktraining, Click and treat-Training, Wurfkette, Chemische Reize, Ultraschall, Akustische Hilfsmittel, E-Geräte,usw.)
- Ethologie: Feldstudien, Verhaltensbeobachtung, Verhaltensbeschreibung (Methoden und Techniken der Verhaltensbeobachtung und -bewertung)
- Verhaltensformenkreise und Verhaltensauffälligkeiten des Hundes
- Therapiemethoden
- Medikamentengestützte Verhaltenstherapie
- Selbstsicherheitstraining und Methoden zur Erhöhung der Frustrationstoleranz
- Naturheilverfahren und alternative Heilverfahren (Homöopathie, Bach-Blüten Therapie, Berührungs- und Massagetechniken, Farb- und Klangtherapie, usw.) Kritische Bewertung
- Aufbau und Gestaltung von Klientengesprächen
- Rhetorik (Rede, Gesprächsführung, Moderation)
- Das Beratungsgespräch
- Einstellungsmuster und Motivationslagen der Besitzer/in
- Compliance, Identifikation und Internalisierung
- Maximierung der Compliance; Gründe für mangelnde Compliance
- Humanpsychologische Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten des Hundes
- Abwehrmechanismen, Übertragung, Gegenübertragung,
- Double-bind-Situationen
- Schriftliche Anamnese, Bewertung, Erstellung eines Erziehungs- bzw. Therapieplans
- Bericht an den behandelnden Tierarzt/die behandelnde Tierärztin
- Follow-up
- Gruppenarbeit, Gruppenleitung, Gruppendynamik
- Gestaltung von Übungsstunden
- Konfliktvermeidung, -behebung und Konfliktverarbeitung (Supervision)
- Workshop- und Seminarleitung
- Zusammenarbeit mit Tierärzten/innen, Institutionen , Vereinen und Verbänden
- Öffentlichkeitsarbeit und Werbung
- Politische Öffentlichkeitsarbeit
- Konzeption kynologischer Einrichtungen und Tätigkeiten, Kalkulation
- Professionalismus und ethische Grundsätze
- Allgemeine Grundlagen zu üblichen Fragen rund um das Thema Hund und Recht -keine individuelle Rechtsberatung! - (insbesondere Betretungsrechte, Gefahrhundeverordnungen, Tierschutz insbesondere im Rahmen der Ausbildung und Erziehung, Bürgerliches Recht (z.B.Haftungsfragen), Versicherungsmöglichkeiten und - notwendigkeiten)
- Schutz des physischen und psychischen Wohls des Menschen und des Hundes
Dauer der Ausbildung und Ausbildungsorte:
Die Ausbildung wird vorwiegend während Wochenendseminaren durchgeführt, wobei pro Monat ein Wochenende vorgesehen ist. Die Dauer der Ausbildung wird sich auf ungefähr 2 Jahre belaufen (Da jeweils der Ausbildungsstand der gesamten Gruppe ausschlaggebend ist, erfolgt eine Orientierung am „schwächsten Glied“).
Durchgeführt werden die praktischen und theoretischen Ausbildungsabschnitte im Saarland und in Bayern. 1 bis 2 Wochenenden (bei Bedarf und Interesse mehrere) sollen in der Eberhard-Trumler-Haustierforschungsstation Station, Birken-Honigsessen, Wester-wald. durchgeführt werden.
Die Wochenendseminare gestalten sich zeitlich wie folgt:
Freitags, 18 Uhr bis 21. 30 Uhr ( 3 1/2 Stunden);
Samstags, 9.30 Uhr bis 21.30 Uhr( 12 Stunden);
Sonntags, 9.30 Uhr bis 16 Uhr( 6 1/2 Stunden) - Insgesamt: 22 Stunden
Auf die Dauer von ca. 2 Jahren gesehen ergeben sich so, inklusive Hospitationen und Sonderlehrgängen rd. 650 Unterrichtsstunden.
Methodik: Vortrag, Mediengestützter Information Diskussion, Praktische Übungen, Videographie, Arbeitsgruppen
Schriftliche Unterlagen werden zur Verfügung gestellt. Die Fachbibliothek des Sonnenhofes steht den Lehrgangsteilnehmern/innen zur Verfügung. Die Anschaffung von Grundlageliteratur wird empfohlen.
Seminarleitung:
Andrea Kühne, Beatrice Stalter
Referenten/innen:
Beatrice Stalter, Kynologin (AMAROK)und Beamtin im Ministerium für Umwelt, Referat Tierschutz
Andrea Kühne, Kynologin (TeamPassion), Rechtsanwältin
Herbert Rätz, M.A., Historiker, Politikberater und Weiterbildungsreferent der Arbeitskammer des Saarlandes
Mechthild Bresser-Kleinbauer: Erziehungswissenschaftlerin, Referentin bei ZARABINA, Luxemburg
sowie Biologen und Veterinärmediziner
Die Kosten der Ausbildung setzen sich wie folgt zusammen:
Seminargebühren: Pro Seminareinheit(2 1/2 Tage) 130 € Ggf. Fahrt- und Über-nachtungskosten sowie Verpflegung
Die Seminargebühren sind im Voraus für 20 Seminareinheiten zu entrichten; Sonderabsprachen sind möglich.
Qualifikation:
Eine staatlich anerkannte Ausbildung für den Beruf des Hundetrainers/der Hundetrainerin und -therapeuten/in gibt es - noch - nicht, so dass das nach Abschluss der Ausbildung und nach bestandener Prüfung ausgestellte Zertifikat keine staatliche Anerkennung mit sich bringt.
Eine weiterführende Ausbildung zur Fachkraft für Kynotherapie ist nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zur Fachkraft für Hundeerziehung und -ausbildung möglich.